Der aufmerksame Leser dieses Blogs wird festgestellt haben, dass der letzte Beitrag ein gutes halbes Jahr her ist. 

Was ist geschehen?

Nun, da besteht ein generelles Muster. Ich meine bei den Lücken in meinem Leben.
Jede Lücke markiert einen Entwicklungsschritt – mal vor, mal zurück. 
Ich bin stolzer Besitzer, vieler Lücken, in meinem Denken, im Handeln, und nicht zuletzt in meinem Lebenslauf. 
Jede Lücke schafft Platz für Neues. Manche entstehen von außen motiviert, manche aus dem Inneren.
Was die Blogbeiträge angeht, wurde diese Lücke hauptsächlich von Innen, aber auch von außen entworfen: Im Außen habe ich im Oktober 2017 eine Karriere als freiberuflicher Krankenpfleger ausprobiert, welche jedoch nach 5 Monaten bereits zu Ende war – anderes Thema.
Innerlich habe ich mich gefragt, ob das Grundthema von lalukoleli.com noch meins ist.  Es fühlte sich nicht mehr so stimmig an, der Name, die ursprüngliche Motivation und so. Dadurch fühlte ich mich nicht frei genug, um hier wieder etwas neues beizutragen. 
Klar kamen mir immer wieder Gedanken, die mit “du müsstest jetzt echt mal wieder” beginnen. Gedanken, die mich unter Druck setzen wollten, Angst schürten, das ich, wenn ich jetzt nicht bald mal wieder etwas schreibe, meine wenigen Follower auch noch verlieren werde und der Blog auf dem anderen Datenschrott des ewigen Internetmüllbergs geworfen wird.

Aber ich möchte nicht mehr müssen müssen!
Stefan Hiene sagt, dass, wenn man sich zu etwas motivieren muss, es immer eine Art Zwang gegen sich selbst darstellt. Denn wo Leidenschaft ist, kommt die Motivation von ganz allein. Das habe ich verinnerlicht. Die wenigen Follower sind ein Segen, da der vermeintliche Erwartungsdruck nicht besonders groß, oder überhaupt nicht existent ist. 
Ich möchte mir einfach immer mehr selbst der beste Freund sein, mir gutes tun und darauf vertrauen können, dass die Entscheidungen, die ich für mein Leben treffe, mir selbst nur zum Besten dienen. Zwang, Druck, Angst – das soll keinen Platz mehr in meinem inneren und äußeren Leben haben.

Und dies ist mein Verständnis von Selbstvertrauen!

Dieses Wort hat meines Erachtens eine völlig falsche Bedeutung aufgedrückt bekommen. Wenn sich ein Kind z.B. in den Vordergrund drängt, mit jedem Menschen sofort ins Gespräch kommt, es vor nichts Angst hat und möglichst von Geburt an selbständig ist – dann sagt ein jeder: “Mensch, das Kind hat aber ein großes Selbstvertrauen”. Und bei einem Erwachsenen wird erwartet, dass er an seinem Selbstvertrauen arbeitet, sollte es sich noch nicht so äußern, wie es von der Umwelt gefordert wird: 
Ein Mensch mit Selbstvertrauen sollte

  • offen und gesprächig gegenüber anderen sein
  • mutig, ja möglichst angstfrei sein, auch mal über seine Grenzen gehen und dies auch zu Schau stellen
  • in der Öffentlichkeit seine Meinung kundtun -und verteidigen
  • erfolgreich sein

So oder so ähnlich wird doch das Wort Selbstvertrauen definiert, oder?
Ich habe etwas anderes gelernt. Mein größter Lehrmeister war ein mir sehr nahstehender Mensch: ich selbst.
All das Obenstehende habe ich 30 Jahre lang geglaubt und gelebt. Doch die Frage, wer ich wirklich bin und was mich eigentlich ausmacht, blieb ständig präsent. 

Kurzum: Ich erkannte, dass ich hochsensibel bin. 
(Wer sich noch mit dem Thema Hochsensibilität beschäftigen muss, um diesen Satz richtig zu verstehen, schaut am Besten bei der Löwenfamilie vorbei oder liest das Buch von Sylvia Harke .)
Mit dieser Erkenntnis bin ich mir in den letzten 6 Monaten näher gekommen, als in den vergangenen 15 Jahren zuvor:

  • Ich erkenne Zusammenhänge in meiner Vergangenheit, meines Denkens und Fühlens, meiner Aufnahme und Verarbeitung von Informationen, und meines Verhaltens gegenüber meiner Außenwelt.
  • Ich lerne mich also gerade selbst ganz neu kennen und baue Vertrauen zu mir auf, indem ich meine Grenzen spüre und sie respektiere.
  • Ich wertschätze meine Art zu fühlen und zu spüren -und diesen Dingen zu vertrauen. Ich lerne mich anzunehmen und bedingungslos zu lieben. 
  • Ich vertraue mich mir selbst an. (Vor-)Urteilsfrei, zwanglos, liebevoll. 
    Anstatt mich von außen definieren lassen zu wollen, höre ich nach innen und fühle mich frei, mich frei zu fühlen.

Ein Freifühler. 
So bedeutet für mich Selbstvertrauen weniger, sich etwas zu trauen, was eine hohe Resonanz im Außen bewirkt, sondern vielmehr, mir selbst mein engster Vertrauter zu sein, welcher nur gutes für mich im Sinn hat. Jemand, der mir vergibt, mich bestärkt oder auch liebevoll an meine eigenen Grenzen erinnert. 
Wenn diese Art von Selbstvertrauen in der Welt angestrebt werden würde, kämen sich die Menschen selbst näher und könnten damit aufhören, ihre Rollen zu spielen. Die Kinder müssten nicht mehr erzogen werden, damit sie in dieser Welt überleben können, sondern könnten endlich dabei begleitet werden, sich selbst kennen -und lieben zu lernen. Alle würden staunen, welche Einzigartigkeit jedes Menschlein mit sich bringt.

Ich mach mir selbst bewusst, dass ich nicht mehr danach streben sollte, irgendwer zu werden und irgendwas zu erreichen. Vielmehr möchte ich bewusst das zurückerlangen, was ich mitbrachte, als ich noch unbeeinflusst war. Vielmehr möchte ich derjenige sein, der ich eigentlich schon immer bin – es aber vergessen habe.  
Der bewusste Erinnerungsprozess, den ich gerade durchlaufe, hilft mir, meine festgefahrenen – Stefan Hiene würde sagen, programmierten – Denkstrukturen aufzubrechen. So wachse ich, indem ich vieles Erlerntes loslasse und zurück zum Ursprung komme. 

Ob meine wenigen Follower mich auf diesen Weg zurück begleiten werden, wird sich zeigen. Ich freue mich über jede Begleitung. Doch sollte sich jemand dagegen entscheiden, danke ich für die gemeinsame Zeit und wünsche von Herzen alles Gute.
Alles hat seine Zeit, und jede Lücke schafft Platz für Neues. 
Mit diesem Beitrag mache ich mir, als mein engster Vertrauter, heute selbst ein Geburtstagsgeschenk. Und mit diesem Selbstvertrauen bin ich doch eh nie ganz allein.

Danke!

 

 

 

 

 

 

 

One thought on “Heute schenke ich mir Selbstvertrauen”

  1. Lieber Freifühler.

    Du hast Dir Großes vorgenommen!

    All das im täglichen Leben zu leben, nicht zu vergessen und sich zum „Selbstvertrauen“ zu motivieren, ist nicht leicht. Ich denke ein wenig Druck ohne Zwang tut manchmal ganz gut und ist wichtig, um voran zu kommen.

    Ich wünsche Dir, dass Du Deinem Herzen folgen kannst, egal wieviele Follower Du hast. Manchmal sind weniger mehr. Denn je mehr Du hast, umso schwerer wird es Du selbst zu bleiben – das persönliche zu bewahren und auch persönliches preiszugeben, was wiederum wichtig ist um in die Herzen von Menschen zu sprechen, sie zu erreichen. Denn mehr Leute bedeutet mehr Angriffe. Es ist gut, dass Follower meist langsam wachsen. So wie Eltern meist erst ein Kind bekommen, bevor sie irgendwann zur Großfamilie werden.

    Es läuft zuviel auf Facebook und Co. Da kommentiert man mit wenigen Worten, ist schneller dabei, „muss“ nicht viel lesen … wir haben doch alle keine Zeit …

    Egal. Ich nehme mir Zeit. Ich bleibe Dir treu. 🙂

    Alles Gute zum Geburtstag, Du unendlich Geliebter!

    Ich freue mich Neues von Dir zu lesen. Egal wann.

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