Vor genau einem Jahr fiel für uns der glückliche Startschuss in ein neues Leben:
Ich wurde gekündigt.
Das war in meiner damaligen Zukunftsplanung überhaupt nicht so vorgesehen. 
Ihr kennt ja sicher die Frage, „Wo siehst du dich in 5 Jahren? „. 
Nun, ich sah mich damals auf jeden Fall nicht bereits ein Jahr später im Allgäu. Wahrscheinlich hätte ich gelacht und gesagt, ‚Das wäre ja zu schön, um wahr zu sein‘, hätte mir jemand gesagt, dass es genau so kommen würde. 
Heute lache ich und sage, „Es ist zu schön, um nicht wahr zu sein“
Das alles habe ich einer Sache zu verdanken, die für jegliche menschengemachte Planung nur ein müdes Lächeln übrig hat: dem Leben.
Nie im Leben hätte ich das planen können, schon weil ich persönlich überhaupt kein guter Planer bin. Das ist dann eher Lanas Job. Ich bin eher der Mutmacher und Umsetzer. „Das wird schon gut werden“, pflege ich öfter zu sagen, bin dann aber der erste, der sich wie ein kleines Kind darüber freut, dass wirklich alles gut gegangen ist, auch wenn es so nicht absehbar war.

Denk‘ doch mal grenzenlos!

Ich würde mich gern als furchtlosen, immer zuversichtlichen Abenteurer beschreiben können. Doch in Wahrheit ließ auch ich mich von potentiell auftretenden Problemen nervös machen, als unser Weggang aus Berlin immer konkreter wurde. Wo sollen wir wohnen? Werde ich eine Arbeit finden? Wie wird es den Kindern in Bayern gefallen? Und und und…

Doch willst du was ändern, dann ändere dich! – so lautet eine Zeile meines momentanen Lieblingskinderbuches, Der Löwe in dir. Und genau das habe ich getan. Ich änderte meine Denk-Strategien. Anstatt darüber nach zu grübeln, wie ich welchen evtl. auftretenden Herausforderungen begegnen würde, kümmerte ich mich nur um den ersten Schritt. 
Etwas anders tue ich ja im alltäglichen Leben auch nicht. Ich kann nicht wissen, was in fünf Minuten oder einer halben Stunde passieren wird. Ich kann nur davon ausgehen, dass kein Unglück geschieht. Dann kommen Situationen die mich herausfordern und dann wieder Momente, in denen ich mich entspannen und zufrieden zurücklehnen kann. 
So geschieht es auch im großen Alltag des Lebens. Hast du eine Sehnsucht oder ein Traum, den du in deinem Leben gern realisiert sehen möchtest? 
Dann tue den ersten Schritt mit Mut, Vertrauen und Liebe, und freue dich auf den Dominoeffekt der guten Dinge, den du angestoßen hast und den das Leben gern mit dir vollziehen möchte.
Leider denken die meisten von uns zunächst nur in Grenzen. Wir klammern uns an diese Grenzen des Möglichen, um in unserer selbstentworfenen Sicherheit verbleiben zu können. 

Wer hoch steigt, fällt tief.
Übermut tut selten gut.
Schuster, bleib bei deinen Leisten.

Und so weiter! Du kennst sicher diese Sprüche. Und was sagen sie uns? Bleib am Boden und hör auf zu träumen. Sicherer ist es, sich mit seinem Leben zufrieden zu geben und am besten nichts Neues zu wagen. Schau dir die Menschen um dich herum an, sie wollen auch nicht besser leben, als alle anderen. 
Blödsinn!
Sicher ist nur eins: Wenn du an deinem Leben etwas ändern -UND vorher alles in Sicherheit wissen möchtest, dann wirst du dein Leben verpassen.

Der heilige Lebenslauf

So scheint es manchmal. ‚Achte bloß darauf, dass dein Lebenslauf keine Lücke aufweist‘, scheint die goldene Regel eines erfolgreichen Lebens zu sein. Doch was wäre das Leben, ohne Lücken? Meine Tochter ist stolz auf jeden Wackelzahn und überglücklich über jede Lücke, weil das alte kindliche Rausfällt und etwas reiferes, neues nachwächst. Jede Lücke in meinem Lebenslauf (und mittlerweile sind das einige) hat mich ein Stück reifer gemacht. Ich habe die Verantwortung für mein Leben genommen und es (um-)gestaltet. Ohne Lücken hätte ich dazu niemals Zeit und Kraft gehabt. Und wer sich die Lücke nicht wagt, kann sein Leben lang in der gleichen Spur fahren, ohne wirklich voran zu kommen. 
Wie wäre die Welt doch schön, wenn man in einem Lebenslauf die Lücken wertschätzen würde. In einem Bewerbungsgespräch würde es dann heißen: ‚Oh, interessant! Sie haben da eine Lücke in Ihrem Lebenslauf. Was haben Sie in dieser Zeit gelernt und wie hat sich dies auf Ihr Leben ausgewirkt?‘ 
Wenn ich mal meine Lücken betrachte, könnte ich folgende Lerneffekte beschreiben:

  • 1. Lücke: Ich habe gelernt, dass nur ich für meine berufliche Laufbahn verantwortlich bin. Ich darf es mir selbst zugestehen, eine berufliche Pause zu nehmen, um mich neu zu orientieren. Mein Ausbildungsberuf muss nicht mein „lebenslang-Urteil“ sein. Ich darf neue Wege gehen, einfach um herauszufinden, was mich glücklich macht. 
  • 2. Lücke: Ja, man kann, ohne scheinbare Notwendigkeit, das bisherige Leben hinter sich lassen, um woanders ein neues Leben zu beginnen. Ich habe mir selbst und anderen Mut bewiesen; habe mir selbst zugestanden, keine beruflichen Kompromisse akzeptieren zu müssen, und habe gelernt, dass es sich manchmal lohnt, den gesellschaftlichen Druck (‚Du musst so schnell wie möglich wieder in Arbeit kommen‘) auszuhalten, wenn man einen für sich stimmigen Job finden möchte. 
  • 3. Lücke: Manchmal sind Umwege notwendig. Ich habe einen für mich bisher unbekannten Berufszweig (Online-/Handel) erlebt, darin gearbeitet und ihn als für mich nicht passend befunden. Nun kann ich mich meinem Ursprungsberuf (Krankenpflege) mit einer ganz neuen Sicht neu zuwenden. 

Magische Kreuzungen

Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie sich die Lebenswege mancher Menschen kreuzen. Nachdem wir hier im November ’16 angekommen sind, trafen wir auf eine wunderbare Person, die uns bereits vielfach geholfen hat, dieses Abenteuer zu bestehen. Unserem Leben hätte etwas gefehlt, wären wir nicht knapp 700 km in den Süden gezogen, um ihr zu begegnen.
Was für ein Schatz das Leben für uns und andere bereit hält! Du kannst dieser Schatz für andere sein, denen du begegnest. Du kannst auf magische Kreuzungen hoffen, wenn du dich deinem Lebensweg zuwendest und einfach mal den ersten Schritt vorangehst. 
Es gibt auf der ganzen Welt Menschen, die dir helfen würden, wenn sie dir begegneten. Also, kein Grund ängstlich zu sein, du hast viele (noch unbekannte) Freunde. 


Gib dir selbst die Chance, dein wahres Leben zu entdecken.
Gib dem Leben die Chance, dir dein wahres Leben zu zeigen.
Gib den Menschen, die dich lieben und die du liebst die Chance, dich in deiner wahren Bestimmung zu sehen und mit dir zu wachsen. 

Das Leben ist ein wunderbarer Dominoeffekt. Doch der erste Stein braucht dein Vertrauen und deinen Mut, um zu fallen. 

 

Lucas

 

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