Nichts mehr los auf lalukoleli.com?
Stimmt. Die letzten Monate konnte man hier nichts neues entdecken.
So auch auf Instagram und Facebook.

Dies ist der erste Beitrag nach einer Schreibblockade, einer mehrwöchigen Blogpause, einer Kreativitätskrise…ach was! Bla-bla.

Ich hätte schreiben können, wenn ich gewollt hätte. Aber mir fehlte einfach der Freiraum. Damit meine ich nicht nur die Zeit, auch wenn diese in den letzten Monaten ebenso eine wichtige Hürde darstellte. Ich meine damit einen inneren Freiraum. 
Ich spürte in mir eine Angst und ein Druck, die/der mir drohte, ‚Wenn du jetzt nicht dran bleibst, wenn du nicht wöchentlich etwas postest, gehst du im endlosen Meer des Internets unter‘. 
Und ich kann euch sagen: ich habe keinen Bock mehr auf Druck, hab‘ keine Lust mehr mich antreiben zu lassen, besonders nicht, wenn es aus mir selbst kommt. 

Monatelang keine neuen Beiträge – ich konfrontierte mich mit diesen Druck, bis er verschwand. Die ersten Wochen waren schon hart. 
Doch nun habe ich keine Angst mehr, dass lalukoleli.com klein und unscheinbar ist oder bleibt oder gar ganz verschwindet. Es spielt keine Rolle. Ich habe die Verantwortung zu wählen, Spaß daran zu haben oder mich bei etwas zu verkrampfen. Enge oder Freiheit.

Freier, gesünder, ruhiger

Wie ihr (vielleicht) wisst, arbeiten Lana und ich seit einiger Zeit daran, unser Leben freier, selbstbestimmter und gesünder zu leben.
Es ist eine Sehnsucht nach Freiheit, die wie ein Motor wirkt, der uns auf dem Lebensfluss zu ganz neuen Ufern schippern lässt. Wir haben gelernt, dass es sich lohnt, solchen treibenden Kräften zu lauschen, ihnen nachzuspüren.
Sie führten uns auch hier her, ins Allgäu, wo wir eine positivere und viel gesündere Lebensweise spüren, als in Berlin/Brandenburg. Dieser Schritt wirkt sich täglich positiv auf unser Leben,  auf unser Denken, unsere Ernährung und unsere innere Arbeit aus. 
Seit wir hier leben, öffnen wir uns gegenüber neuen Glaubens-, Denk- und Lebensweisen. Wir setzen uns intensiver mit unseren Bedürfnissen und Lebenswünschen auseinander und ordnen unseren körperlichen und individuellen Ressourcen mehr Bedeutung zu.
Wir entdecken uns praktisch neu.
Dieser Schritt – von vielen vorher als „leichtsinnig“ verurteilt – bestätigt uns, dass der dich umgebene Lebensraum, enormen Einfluss auf deine Fähigkeit hat, dich zu entfalten und einfach glücklich zu sein.

Im Berliner Raum fühlte sich vieles eng an: viele Menschen mit vielen Ausstrahlungen und Energien, zu viel grau von zu viel Beton, wenig Raum. 
Im Allgäu gibt es diesen Raum, der den Menschen sichtlich gut tut. Auch uns.
Hier hat jeder Mensch genug Raum, um seinen Energien, seine persönlichen Herausforderungen und Bedürfnissen gerecht zu werden. Raum zum atmen und zu sein. 
Raum, der uns inspiriert, mutig für unsere Freiheit einzustehen und diese, trotz einiger Widrigkeiten, zu erkämpfen. 

Und, was soll ich sagen, es funktioniert. 

Bis Ende-Mai habe ich Vollzeit gearbeitet, für Lana eine große Belastung. Und somit für die gesamte Familie. Wir haben uns mehr Freiheit -und ich mir mehr Freizeit gewünscht. Hinzu kam, dass ich mich in dem Unternehmen alles andere als wohl fühlte.
Ich traf eine Entscheidung und nun habe ich viel Zeit. 
Herausfordernde Konsequenzen bleiben nicht aus, aber wir fühlen uns freier und leichter.

Wahrheit fühlt sich leicht an

„Wahrheit fühlt sich leicht an“, las ich vor kurzem.

Übertragen auf unsere Entscheidung, nach 10 Jahren unsere gewohnte Umgebung, mit drei kleinen Kindern zu verlassen, ohne viel Geld, ohne eine feste Wohnung oder eine sichere Arbeitsstelle in Aussicht zu haben und ohne irgendeinen Bezug zu der gewünschten Zielregion verzeichnen zu können, lediglich basierend auf ein Gefühl der Richtigkeit oder Wahrheit; diese Entscheidung war die beste, die wir für unser Leben getroffen haben.
Dieser Schritt verlieh uns einen erstaunlichen Schub an Vertrauen in uns selbst und in das Leben an sich.
Wir wohnen heute in einem 160 Quadratmeter-Haus mit großen Garten, in Hanglage, 500 m vom Freibad entfernt, mit Blick auf das Tal, den Wald, die Wiesen und Weiden, mit viel Himmel, mit morgendlichem Vogelgesang und abendlichem Kuhglockengebimmel und herrlich duftender Heu- und Gülleluft. Es gibt nichts schöneres im Moment für mich.

Wir zahlen hierfür nicht viel mehr, als für unsere damalige 85 Quadratmeter-Wohnung in Teltow – ohne Gülle, ohne den Luxus eines eigenen Hauses mit Garten und ohne die nicht-zu-vergessenen Alpen in Sichtweite. 

Geht nicht – gibt’s für uns nicht mehr. Alles ist möglich, wenn es richtig ist – und meistens kann man das vorher auch ganz gut erspüren. 
Wenn es richtig ist, läuft es beinah ganz von allein.

Achtung! Kleines Update, wo wir gerade stehen:

  • Wir haben das Ferienhaus, welches uns das Ankommen im Allgäu ermöglichte, hinter uns gelassen. Und es sah am Ende wirklich beinah (!!!) so aus wie vorher.
  • Wir haben den lästigen Mietcontainer geräumt und übergeben, in welchem unser gesamtes Hab & Gut für 6 Monate lagerte. Die Kartons sahen allerdings bestimmt nicht mehr so aus, wie vorher.
  • Wir haben ein richtiges Zuhause gefunden, welches wir Stück für Stück verschönern.
  • Unsere Tochter verabschiedet sich grundlegend nur noch mit ‚Pfiat di‘, wir sagen regelmäßig ‚Passt scho‘ und essen mehr Brezeln, als in den gesamten 30 Jahren vor unserem Allgäu-Umzug.

Aber ganz (von) allein geht es nun wirklich nicht. Es benötigt Mut, Vertrauen und Freunde.
Letztere sind maßgeblich an diesem, unserem tollen Werdegang hier beteiligt: Die einen hingen unser Wohnungsgesuch an allen möglichen Orte aus, worauf wir dieses Haus hier bekommen konnten. Die anderen ließen uns (zumindest offiziell) bei ihnen wohnen, wodurch unsere Tochter zur Kita unserer Wahl gehen durfte. Die einen halfen uns beim Einbau unserer Küche, die anderen gaben uns schlichtweg Geld.
Manchmal können wir nur dankbar (und zeitweise leicht ungläubig) den Kopf schütteln, welches Glück wir empfangen dürfen. Zum Beispiel dann, wenn Lana und ich um 22 Uhr auf unserer Garage liegen, bei 21 Grad, und diesen tollen Sternenhimmel bestaunen. Oder wenn wir in unserer Hängematte schaukeln und ins Tal blicken, während unsere Kinder, braungebrannt und nackig um unser Haus, ins Haus und wieder raus in unseren Garten rennen.
Ich persönlich renne selten nackt ums Haus – möchte die Nachbarn nicht erschrecken.  😉

Wir nehmen unseren Weg an und gehen ihn weiter. Und, wenn du willst, kannst du hier darüber lesen.

Danke!

Lucas

 

 

4 thoughts on “Raum”

  1. Was hab ich mich gefreut, ich hab deinen Blog entdeckt 😀

    Euer Weg klingt toll und erinnert mich so sehr an unseren…. wobei wir noch nicht ganz dort angekommen sind, wo wir gerne wären, nämlich auch „richtig“ auf dem Land, mit noch mehr Natur um uns herum, am liebsten mitten in den Bergen. Mal sehen, was das nächste Jahr bereit hält…

    Mit dem Bloggen geht es mir ähnlich. Je weniger Druck man sich selber macht, desto mehr Freude bringt es. Bei mir ist das ohnehin ein Sammelsurium an Strickanleitungen, Gedanken, Texten zu allem Möglichen und Unmöglichen, aber ich kann und will mich einfach nicht festlegen. Irgendwie ist es wie eine Art Tagebuch und vermutlich bin ich selbst diejenige, die am liebsten darin stöbert 🙂

    Liebe Grüße an euch in die Berge
    Martina

    1. Hallo Martina,
      wie schön, dass du unseren Blog entdeckt hast! 😉
      Ja, ich möchte mich selbst immer trainieren, mich nicht unter Druck zu setzen. Klar ist der Wunsch da, „besser“ und bekannter zu werden, aber frage ich mich im selben Augenblick, weshalb ich mir das wünsche und ob es wirklich noch meiner Freude oder meinem Freiheitswunsch dienlich ist.
      Es macht Spaß und ich freue mich über Kommentare, wie den deinigen 😉 sehr. Und ich bin gespannt, wie es damit noch weitergehen wird.
      Hast du Lust, mal einen Gastbeitrag zu schreiben? Sag Bescheid 😉
      Alles Gute für Euch!

  2. Liebe Susanne,
    vielen Dank für Dein Kommentar! Ich kann mir nur vage vorstellen, wie herausfordernd es sein muss, eine Elternschaft alleine zu stemmen. Ich bin jeden Tag glücklich darüber, dass Lana und ich uns haben und diese anspruchsvolle Aufgabe der Kinderbegleitung zusammen meistern können.
    Ich verstehe unter Familie aber (hauptsächlich) auch wertvolle Beziehungen fernab jeglicher Verwandtschaftsgrade. Und wir haben soviel Familie hier hinzugewonnen, ohne die wir diesen Weg nicht meistern könnten.
    Falls Du mal Kuhglockengebimmel brauchst, fühl Dich als Teil unserer Familie in unserem Haus herzlich willkommen.
    Beste Grüße!
    Lucas

  3. Lieber Lucas,
    ist schön, wieder von Dir und euch zu lesen – und ich finde, Du machst das ganz richtig, was das Bloggen angeht!
    Dein Beitrag hat mich so berührt, weil es mir sehr ähnlich wie euch geht. Hier ist nicht der Ort, an dem ich meine Tochter aufwachsen sehen möchte. Und das Kuhglockengebimmel…ich vermisse es so sehr. Aber als Alleinerziehende ist es etwas anderes wegzugehen, da ist keine Familie. Für mich also wäre dieser Schritt einfach nicht zu schaffen. So sehr ich auch hin und her überlege. Leider. Und deswegen hab ich eine Runde geweint, nachdem ich Deinen Beitrag gestern gelesen habe. Ein bisschen über mich und meine Situation, aber auch weil ich es so toll finde, wie ihr das gemacht habt. Und ich wünsche euch weiterhin alles Liebe!
    Susanne

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