Liebe Freunde,

eine anstrengende Woche liegt hinter uns.

Da auf meiner Arbeit zur Zeit „die Hütte brennt“, sind Überstunden angeordnet worden.
Das heißt, dass ich eine (mind.) 45-Stunden-Woche habe, was sowohl Lana, als auch mich auf eine wirkliche Herausforderung stellt.

Dazu kommtnoch, dass Liron zur Zeit sehr unruhig schläft und spätestens um 5 Uhr die Nacht für beendet erklärt.

Und was passiert, wenn man zu viel arbeitet, zu wenig schläft und noch etwas unglücklich mit diesem Zustand ist?
Genau, man ist unkonzentriert und macht Fehler.
Und das hat mich letzte Woche ziemlich eingenommen.
In einem Outdoor-Shop im Einkauf tätig sein und dann Fehler machen heißt, die falschen Dinge bestellen und Mehrkosten/-aufwand verursachen.
Das ist nicht nur peinlich, sondern nagte auch etwas an meinem Selbstbild.
Bin ich doch in dieses Unternehmen eingestiegen, um Dinge mit zu gestalten oder sogar zu verbessern.
Dann aber solche Dinge zu verursachen ist etwas ernüchternd.

Aber irgendwie bin ich stets mit freundlichen und mir zugewandten Kolleginnen gesegnet. Wir konnten offen und ehrlich darüber sprechen.
Ich muss mir mehr Zeit nehmen, mich besser konzentrieren und mich besser um mich selbst kümmern.
Ich vergesse mir oft Essen mit auf Arbeit zu nehmen, bin dann aber zu geizig, um mir ständig etwas zu kaufen. Hungrig kann natürlich keiner konzentriert arbeiten. Sollte ein studierter Krankenpfleger eigentlich wissen!

Doch ich sehe Fehler mittlerweile als eine wichtige Sache an, die mir hilft, mich neu auszurichten, und die mich oft, entgegen vorheriger Befürchtungen, meinen Mitmenschen eher näher bringt.

Wir hatten ein sehr schönes Wochenende.
Lana und Lielle haben sich eine Mädchen-Auszeit genommen, während wir Männer in die wilde Vorort-Natur aufgebrochen sind und sogar eine (fast wilde) Katze sahen, Pferde grüßten, Steine und Stöcker in (wirklich wilde) Wasser warfen und die Straße vom überschüssigen Eis befreiten (die guten Stücke wurden gelutscht, die schlechten genutzt, um damit die Gullis zu verstopfen).

Am Nachmittag erreichte uns jedoch DIE Nachricht, die wir seit ca. 6 Woche ersehnten.
Für alle, die erst jetzt eingeschaltet haben:

Wir sind als Familie im November von Berlin nach Kempten (im Allgäu) gezogen und wohnen bis heute in einem Ferienhaus (ohne Spülmaschine!!!), welches wir im April verlassen müssen. Unser Hab und Gut lagert lieblos in einem rostigen Miet-Container an der Stadtgrenze.
Uns standen schon einige Male die Schweißperlen auf der Stirn, in Anbetracht des aktuellen Wohnungsmarktes im Raum Kempten. Außerdem fragte die Besitzerin der Ferienunterkunft hier öfter schon an, wie denn unsere Pläne jenseits der März-Wende aussähen.
Die erste gute Bekanntschaft, die wir als Zugezogene hier gewannen, bot sich jedoch an, unser Mietgesuch an verschiedenen Orten auszuhängen.
Mit Erfolg!
Ein Mann meldete sich bei uns und bot uns das Haus seines Vaters in Altusried (ca. 15 Autominuten von Kempten entfernt) an, welcher derzeit in einem Pflegeheim wohnte. (Ich schrieb in einem vorangegangenen Beitrag schon einmal kurz darüber.)
Wir packten gedanklich schon die Koffer und sahen in unserer Phantasie den verwahrlosten Garten unter unserer kompetenten Fachkenntnis neu aufblühen und sich zu einem Mekka der Zuchtrosenszene entwickeln.

Doch dann verstarb jener Vater und Besitzer des Hauses überraschend in der Sylvesternacht.
Das Haus wurde zur Erbsache und damit eine komplizierte Angelegenheit.
Die Zuchtrosen gingen ein und die gedanklichen Koffer entleerten sich.
Die Schweißperlen kehrten zurück.

Doch nun ist es beschlossen: Wir können dieses Haus mieten (mit Spülmaschine!!!). Die nervige Containter-Zeit ist vorbei, die Provisorien werden weichen und unsere Kinder können endlich mal wieder von einem eigenen Zuhause erzählen.

Puh!

Dies wollte ich Euch nur kurz mitteilen.
Wir werden jetzt (gedanklich) mal wieder alle Koffer packen und schon mal die zur Klodeckelabdeckung passenden Kissenbezüge aussuchen.

Vielen Dank für alle, die bezüglich des Hauses mitgefiebert und an uns gedacht haben.

Mit besten Grüßen

Lucas

 

One thought on “The House is ours!”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bist Du echt? *