Nach 11 Wochen könnte man doch eigentlich erwarten, dass wir uns an das Leben in der „Nicht-Großstadt“ so langsam angepasst haben.

 

Pustekuchen!

 

  • Wir haben erst seit einer Woche Winterreifen drauf. Und erst nachdem wir mit dem Auto ständig in der Einfahrt von unserem Ferienhaus herumgerutscht sind und jede kleinste Anhöhe vor unserem Auto zur Steilwand mutierte.

  • Wir wundern uns, wenn wir mal völlig faul und heißhungrig aufm Sofa sitzen und die kargen Möglichkeiten von Bestellessen durchforsten, dass unser Sushi erst nach 55 Minuten bei uns eintrifft. Und schon fast wieder warm ist.

 

  • Ich stehe völlig hilflos und frierend an der Zentralen Umsteigestelle (ZUM) – dem Busbahnhof von Kempten – , weil mein Bus von Kempten nach Durach gerade vor meiner Nase weggefahren ist und der nächste erst in gefühlten 45 Jahren fährt. Aber in Berlin fährt doch alle 10 Minuten ein Bus?!?!?!?!?
    Den Tränen nah suchte ich eine Bank, um mir ein Taxi zu nehmen, um bloß dem schallenden Gelächter aller Alteingesessenen zu entkommen. Oder war das nur in meinem Kopf?! Ich finde eine Bank, doch was ist das??!?!?! Sie ist um 19:30 Uhr geschlossen! Wo gibt’s den sowas?

 

  • Wir sind permanent am „Boooaaaarrrr“-Rufen, weil alle 2 Minuten ein schier übergroßer Traktor an uns vorbeifährt, dessen Fahrer in der Regel gerade vor kurzem erst die ersten Bartflaumen bekommen hat.

 

  • Wenn ich in der Stadt ein Ziel habe und es nach 10 Minuten Fußweg bereits erreiche, drehe ich um und gehen noch einmal 10 Minuten. Weil, verarschen kann ich mich selber – man erreicht doch sein Ziel nicht bereits nach 10 Minuten gehen!!?? Ja ja…nicht mit mir!

 

  • Ich klatsche gegen die Schiebetür unseres Supermarktes von Nebenan, weil ich natürlich davon ausgehe, dass dieser auch noch nach 20 Uhr geöffnet hat. Ungläubig stehe ich noch kopfschüttelnd vor den dunklen Schaufenstern, bis die Kälte des Schneesturms meinen Frust, jetzt keine Schoki mehr kaufen zu können, übertroffen hat.

 

  • Ich jauchze und kichere beim Schneeschippen, wie ein kleines Kind. Im Gegensatz zu unseren Nachbarn, die jede schneefreie Minute nutzen um nach Draußen zu stürzen und ihre Einfahrten freizuschaufeln, aber ohne Jauchzen und Kichern. Eher mit einem tiefen, ernsten Bewusstsein dieser Notwendigkeit.

 

  • Ich bekomme wiederholt einen Strafzettel, weil ich doch die Ordnungsamt-Tante schon beim Einparken vorbeilaufen gesehen habe. Die kommt doch in Berlin auch nur einmal am Tag vorbei?!
    Vielleicht hat das wieder etwas mit diesen verflixten 10-Minuten-Wegen zu tun!!!

Ja, das Landleben macht Spaß!

 

2 thoughts on “„Die Städter haben doch nicht mehr alle!“”

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