Zum jetzigen Zeitpunkt sind es noch 2 Tage bis Weihnachten.
Wir fahren morgen nach Braunschweig. Ich freue mich darauf, bekannte Gesichter sehen zu können und ein Stück weit Zuhause zu sein.

Als  vorbildlich christlicher Vater 😉 habe ich meinen Kindern vor einiger Zeit ein neues Buch gekauft, welches den Titel „Die Weihnachtsgeschichte“ trägt.
Dreimal dürft ihr raten, um was es sich in der Geschichte dreht.
Genau! Um die Geburt von Jesus.

Mittlerweile kann Lielle die Geschichte bereits auswendig, welches mich heute (auf dem Weg zur morgendlichen Dusche) sogar zum Umkehren und Lauschen bewegte. Lielle erzählte ihrer Puppe „Annbelle“ die Geschichte Wort für Wort, als könnte sie bereits lesen. Selbstverständlich kann ich sie nun auch fast auswendig, weil ich ja jeden Abend den Vorleser spiele.

Nun, da es auf das Ende des Jahres zugeht, bleibt es Jed bei mir nicht aus, das Jahr revue passieren zu lassen, zu reflektieren und auszuwerten.
Eine interessante Beobachtung musste ich dabei feststellen:

Die Weihnachtsgeschichte spielte sich bei uns eigentlich das ganze Jahr über ab.

Ein Kind wird geboren

Im Januar befand sich Lana in den letzten Wochen ihrer Schwangerschaft.
Levi war da gerade ein Jahr alt, weswegen Lana sich nur bedingt auf ihr Inneres konzentrieren konnte. Ich musste arbeiten und konnte sie am Vormittag nicht wirklich entlasten. Meine Mittagspausen nutze ich, um Lielle von der Kita abzuholen.

Es war ähnlich der Anstrengung der Reise, die die hochschwangere Maria und Josef auf sich nehmen mussten, um nach Bethlehem zu gelangen.

Klar! Wir mussten nicht tagelang auf einen Esel reiten, Wüsten und Gebirge durchqueren und aufgrund von drohender Strafe etliche Kilometer überwinden. Aber es war eine herausfordernde Reise, welche nun mal auch über die Geburt von Liron im Februar hinausreichen würde.

Die Geburt Lirons war aber wirklich ein Weihnachtswunder!
Lana und ich waren ganz allein. Die Kinder durften bei unseren lieben Freunden schlafen und die Hebamme kam zu spät bzw. wir haben sie zu spät kontaktiert, nur Ochs und Esel umgaben uns (sinnbildlich).d
Liron kam mit einer beeindruckenden Ruhe und Souveränität in unser Leben. Er stellt noch immer eine Ruhe- und Freudenquelle für uns dar und ist in ebenso ein Geschenk des Himmels, wie es die Hirten von den Engeln bzgl. der Geburt von Jesus gesungen bekommen haben.
Um uns schwirrten zwar keine kleine, nackten Putten oder Engel herum, aber auch unsere Nacht war zu diesem Zeitpunkt voller Wärme, Licht und Freude.

Leid und schmerz

Der aufmerksame Leser der Weihnachtsgeschichte wird jedoch an der Stelle nicht vorbeikommen, an der die schrecklichen Taten des damalig herrschenden Königs Herodes beschrieben werden.
Aus Angst, seinen Königstitel und Thron zu verlieren, lies er alle Kinder Bethlehems, die unter 2 Jahre alt waren töten.
Schreckliche Tat, voller Leid, Trauer und Verzweiflung.
Auf die unendliche Freude der Geburt des Heilands folgte diese verheerende Sache.
Man fragt sich, wie kann ein Mensch so etwas bewirken?!

In unserer Weihnachtsgeschichte geschah es im Juni, um meinen Geburtstag herum, dass Lanas Mutter eine sehr starke Hirnblutung erlitt. Ein großes Aneurysma platzte in Ihrem Kopf und zerstörte damit viel Hirngewebe.

Seitdem ist sie nicht mehr der Mensch, der sie vor diesem Vorfall war.
Es sah am Anfang sehr kritisch um ihren Allgemeinzustand aus. Nach langem (zeitweise künstlichen) Koma ist sie mittlerweile wach und kann auch eingeschränkt kommunizieren. Jedoch hat sie die Kontrolle vieler körperlichen Funktionen verloren und befindet sich jetzt in einem Zustand, der starke Traurigkeit auslöst. Bei ihrem Mann, bei uns und ihren Kindern, und natürlich bei ihr selbst.
Dieses Weihnachten wird ganz anders sein, als die Vorherigen.

Am Montagabend fuhr jemand einen LKW willentlich in den Berliner Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche und tötete damit 12 Personen, verletzte knapp 50 Personen schwer und verursachte viel Leid und Schmerz, so kurz vor Weihnachten.
Wieder fragt man sich, wie ein Mensch so etwas schreckliches bewirken kann.
Diese Weihnachten wird ganz anders sein, als die Vorherigen.

Schreckliche Ereignisse – ähnlich wie die Kindermord in Bethlehem.

Königsgeschenke

Was unser Jahr jedoch maßgeblich prägte und auch die Geburt dieses Blogs begünstigte ist natürlich die mir ausgesprochene Kündigung im August, unser Weggang aus Berlin und damit die Erfüllung einer langjährigen Lebensidee: Ein Leben im Allgäu.
Wie die Hirten den Ruf der Engel und die Könige den Stern folgten, glaubten und folgten wir den Ruf einer inneren Stimme, hier im Allgäu unser Glück zu finden.
Was soll ich sagen?! Hier sehen wir regelmäßig Ochs und Esel herumstehen, wir begegnen  oft Schafen und Hirten…naja, eher Bauern, und auch zu uns kamen viele „Könige“, um uns zu beschenken.

Die drei Könige haben Jesus so wertgeschätzt, dass sie keine Mühe und Kosten scheuten, um ihn persönlich zu beschenken.
Bei uns waren es aber nicht nur drei Heilige Könige, sondern eine ganze Schar! Wir haben von unseren Freunden und Familien soviel Unterstützung unterschiedlichster Art erhalten, dass wir immer wieder darüber staunen müssen. Wir wurden von ihnen ähnlich wertgeschätzt, obwohl wir keine „Retter der Welt“-Qualifikation nachweisen können.

Ein Geschenk des Himmels stellt für uns auch die neueste Entwicklung in Sachen „Wurzeln schlagen im Allgäu“ dar:
Wir können im Frühjahr 2017 in ein eigenes Mietshaus ziehen!
Wir werden 157 m² Wohnfläche, einen großen Garten und eine eigene Garage nutzen dürfen.
Und wir werden nicht mehr als 750 € dafür zahlen müssen.

Halleluja, sag ich da mal!
Wir sind immer noch ganz geflasht, wie es im Neudeutschen so schön heißt.
Endlich haben wir ein eigenes Zuhause, viel Platz und können uns alles so gestalten, wie wir es wollen.
Es handelt sich um ein Haus eines Mannes, der unsere Wohnungsanzeige in der Schule seiner Frau (sie ist Lehrerin) ausgehängt gesehen hat. Dieser Mann wuchs in diesem Haus auf. Sein Vater hat leider Demenz und muss nun in einem Heim betreut werden. Das Haus stand leer und es gab noch keine weiteren Pläne dafür. Es ist vollständig möbliert und eingerichtet – halt im Stil eines alteingesessenen Bayern. Doch bevor die Entrümpelungsfirma kommt, dürfen wir noch bestimmen, was wir behalten möchten und was nicßht. In Garten und bei der Innengestaltung können wir machen, was wir wollen.
Der Reitstall ist fußläufig, ebenso das Freibad sowie Deutschlands größte Freilichtbühne.
Rodelberge, Alpenblick, alles inklusive.

Das sprengt all unsere Erwartungen an eine halbwegs geeignete Bleibe, zumal der Wohnungsmarkt hier um Kempten wirklich sehr angespannt ist und unsere Frist, bis April dieses Ferienhäuschen zu verlassen, zunehmend abzulaufen schien.

Wir sind sehr glücklich darüber!


Weihnachten im nächsten Jahr wird ganz anders, als die Vorherigen.
Das gesamte nächste Jahr wird ganz anders, als die Vorherigen.
Freude und Leid werden vermutlich einander abwechseln, ähnlich wie in diesem Jahr.
Doch die Hoffnung, dass die Freude überwiegen wird und wir gemeinsam alles schaffen können, soll uns stetig begleiten.

Das Erinnern an die Geburt von Jesus soll allen Hoffnung machen, dass trotz aller Sch…. und trotz vieler herausfordernder Zeiten, am Ende doch alles gut wird.
Weil wir das alles nicht alleine überstehen müssen.

Freunde, Familie…und Gott (oder das Gute – je nachdem woran man glaubt), bringen Licht ins Dunkle.
Und wo Licht ist, kann nun mal keine Finsternis sein, sagt doch die Bibel.
Weihnachten ist die Zeit der Lichter und findet das ganze Jahr über statt. Denn wir alle sind Geschenke des Himmels und könne einander Licht und Hoffnung sein.

Jahresmotto 2017: Licht sein!

Frohe Weihnachten!

Lucas

 


Wo kannst Du die Weihnachtsgeschichte in Deinem Jahr 2016 wiedererkennen?
Was war Dein Geschenk des Himmels in diesem Jahr?

Wir freuen uns über Dein Kommentar!

4 thoughts on “Jedem seine Weihnachtsgeschichte…”

  1. Ach ihr meine Lieben… ich denke so oft und gerne an euch… An euch und eure Kinder und all die Momente, die wir gemeinsam erlebt haben. Viele voller Wunder, viele ganz alltäglich. Unser Weihnachtswunder schläft grade an meiner Brust und ich hüpfe auf eurem Ball vor mich hin. Ein bisschen (und ein bisschen mehr) traurig machen mich all die Momente, die wir im nächsten Jahr nicht gemeinsam erleben werden. All die Momente mit meinem Weihnachtswunder, die ihr nicht mitbekommt. Ach ihr meine Lieben. Und doch freue ich mich so sehr für euch und wie euch das Leben beweist, dass es sich lohnt, seinen Träumen zu folgen. Alles Licht der Welt für euch.

    1. Liebe Julia, vielen Dank für Deine Worte. Auch wir denken oft an Euch und euer Wunderchen 😉 Genießt die Zeit zusammen und lasst uns uns bald wieder sehen, wenn die Zeit reif ist. Bin auch gespannt, wie es bei euch so weitergeht.
      Bis bald!

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